Ausstellung zum Anne Frank Tag 2026

Erinnern, Verstehen Mitgestalten - Ein besonderes Projekt der Klasse 9d

Was hat das Leben von Jugendlichen früher mit unserem Leben heute zutun? Mit genau dieser Frage hat sich die Klasse 9d in den letzen Wochen ausführlicher beschäftigt. Gemeinsam mit den Fächern Deutsch und Religion arbeiten die Schülerinnen und Schüler an Themen rund um die Zeit des Nationalsozialismus und ziehen dabei auch Parallelen zur heutigen Gesellschaft. Um die damalige Zeit besser verstehen zu können beschäftigte sich die Klasse mit dem Roman „Bis die Sterne zittern“, dem Film „Mit der Faust durch die Welt schlagen“ sowie „Das Tagebuch der Anne Frank“. Anfang Januar gab es sogar eine Autorenlesung mit Johannes Herwig. An verschiedenen Projekttage analysierten die Schüler unterschiedliche Themen. Zum einen „Die Spuren des jüdischen Leben in Templin“ mit Herr Losch und „Das Leben von Anne Frank“ mit Frau Strohfeldt. Dabei ging es nicht nur um historische Fakten, sondern vor allem darum, wie Jugendliche damals gedacht, gehandelt und gelebt haben. Ein wichtiger Teil des Projekts war es, verstehen zu können wie Jugendliche früher ausgeschlossen und diskriminiert wurden - beispielsweise wegen ihrer Herkunft, ihrer Religion oder ihrer politischen Meinung. Besonders die Geschichte von Anne Frank zeigt, wie gefährlich Hass und Ausgrenzung werden können. Nicht nur, dass sie viele Monate ihres Lebens hinter verschlossenen Türen verdeckt leben musste, auch gab es im Versteck einige Konflikte. Verschiedene Menschen, verschiedene Charaktere und die ständige Angst entdeckt zu werden. Um all ihre Erlebnisse und Gefühle verarbeiten zu können und der Realität entfliehen zu können, schrieb sie alles in ihr Tagebuch „Kitty“.
Neben Büchern und Filmen wurde aber auch kreativ gearbeitet. Die Schülerinnen und Schüler schreiben eigene Texte und Briefe, zum Beispiel Briefe an Anne Frank. Viele sagen, dass ihnen das geholfen hat, sich besser in die Gedanken und Gefühle der Menschen von damals hineinzuversetzen.
Außerdem plant die Klasse 9d eine Ausstellung über jüdisches Leben in Templin am Beispiel von Ruth Köppen und das Leben von Anne Frank. Die Ausstellung bietet viele verschiedene Eindrücke: Texte, Bilder, kreative Arbeiten der Klasse. Andere Klassen sind eingeladen, die Ausstellung im Rahmen des Unterrichts zu besuchen.
Das Projekt zeigt, dass Geschichte nicht langweilig sein muss. Es geht nicht nur um Daten und Fakten, sondern um echte Menschen, ihre Geschichten und darum, was wir daraus für unser eigenes Leben lernen können.

https://www.nordkurier.de/regional/uckermark/schueler-schaffen-raum-des-erinnerns-an-anne-frank-und-juedisches-leben-4637485